des Deutschen Aero Club e.V.
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Es war an einem wunderschönen Freitag Nachmittag…

Juni 18th, 2017 | Posted by Konstantin Mahler in Projekt "Frei" | Uncategorized

…, um genau zu sein war es am 26.5.2017 um 17:20 Uhr. Auf einmal kam es dazu, das mein Fluglehrer Maximilian Schauerte zu mir sagte:“ Komm Louis mach dich fertig!“. Als ich auf die Bahn geschoben wurde saß er immer noch nicht hinter mir. Ich stand auf der Bahn und fühlte das Adrenalin im ganzen Körper als Maxi auf mich zu kam und sagte:“ Jetzt darfst du alleine fliegen.“ Ich machte darauf hin meinen Check gab mein Handzeichen und die HK 36 zog das Seil langsam an, mit einem Mal war das Seil stramm, plötzlich ging es los. Die ASK21 war viel schneller in der Luft als sonst, so dass ich die Fluglage noch einmal korrigieren musste. Nach einem fünf minütigen, sauber ausgeführten Schlepp, klinkte ich aus und beobachtete die Schleppmaschine ganz genau. Als sie sich etwa 120 Meter entfernt hatte, flog ich eine Rechtskurve, um mich von ihr zu entfernen. Es war ein unglaubliches Gefühl zu wissen:“ Ich habe die alleinige Kontrolle, ich muss alles selbst entscheiden.“ Nach ein paar weiteren Kurven machte ich mich für die Landung bereit, zog die Gurte nach und erhöhte meine Fahrt auf etwa 100 km/h. Wie auch beim Start, musste ich bei der Landung etwas nach korrigieren. Als ich meinen Abfangbogen durchführte, stieg die Maschine wieder weg, so dass ich nachdrücken musste. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein. Meinen zweiten Start führte ich wie zuvor durch. Auf circa 400 Metern klinkte ich aus und genoss die Aussicht, ich konnte am Horizont das Kraftwerk in Hamm erkennen und in der anderen Richtung den Hennesee. Es war ein unglaublich schöner Anblick. Nach etwa sieben Minuten ging ich wieder zur Landung. Dann stand ich wieder auf der Bahn, mittlerweile etwas am Schwitzen, was aber nicht verwunderlich war da es 26 Grad Celsius waren. Beim letzten Start packte mich der Ehrgeiz und ich wollte noch etwas Thermik fliegen, zuvor hatte es noch niemand an diesem Tag geschafft. Doch als ich in 450 Meter ausklinkte, hatte mich mein Schlepppilot Ludger Rüßmann direkt in einen Bart geschleppt. Dort kurbelte ich mich mit aller Mühe auf 750 Meter. Dann aber kam ein Funkspruch vom Segelflug Start:“ D-7337 bitte langsam Höhe abbauen wir wollen Schluss machen!“ Im Anflug sah ich das eine Ka8 vor mir im Landeanflug war deshalb verzögerte ich noch etwas. Nachdem die D-0943 aus der Bahn gezogen war, führte ich meinen Anflug weiter durch. Nach dem ich gelandet war bauten wir den Segelflugstart ab. Doch ich wusste die richtige Prüfung kommt erst noch auf mich zu. Ich glaube jeder der das Ritual kennt versteht mich. Zuerst habe ich von jedem einen Schlag auf den “Arsch“ bekommen, für das bessere Thermikgefühl. Und wie bei jeder feierlichen Zeremonie bekommt man natürlich auch ein Blumenstrauß, doch dieser war ein ganz besonderer! Er bestand aus Brennnesseln und Disteln, angeblich bekommt man ein besseres Gefühl in der Hand. Anschließend klang der Abend langsam aus und es war ein rundum gelungener Tag.

Bericht: Louis Tebbe

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