des Deutschen Aero Club e.V.
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IACE 2015 in England

April 27th, 2017 | Posted by Konstantin Mahler in International Air Cadet Exchange

Hallo! Mein Name ist Tim Rommelaere, ich bin 18 Jahre alt und hatte die Ehre, 2015 mit den deutschen Air Cadets nach England zu fahren.
Dazu kann man viel schreiben: Alleine die Anreise wäre einen langen Bericht wert. Um es kurz zu fassen: Die belgische Regierung stellte für den Transport der belgischen und deutschen Cadets einen kleinen Regionaljet zur Verfügung.  Eine einmalige Gelegenheit, welche nicht das einzige Privileg bleiben sollte das wir im Laufe der uns bevorstehenden Wochen genießen durften. Zunächst mussten wir uns jedoch um einige Formalitäten kümmern. Nachdem wir unsere Unterkünfte, Zimmer in Studentenwohnheimen der Brunel University, sammelten wir uns alle. Obwohl sicher alle recht aufgeregt und angespannt waren, schaffte der „Local Manager“ der London-Phase, Alyn Thompson, es schnell uns das oberste Ziel des Austausches näherzubringen: „Ihr sollt hier Spaß haben!“  Gleich am nächsten Tag ging es damit auch los: Wir fuhren, wie fast jeden Tag während der London-Phase, in die Londoner Innenstadt. Dort bekamen wir unter anderem die Gelegenheit uns einmal vor die Tür der 10 Downing Street zu stellen, was der Allgemeinheit beispielsweise auch vorenthalten blieb. Unter anderem bekamen wir in London noch den Westminster Palace und „Richard II“ von Shakespeare zu sehen. Außerdem fand dort ein Programmpunkt statt, der für viele Teilnehmer zu den Highlights zählte: Wir statteten der „Royal Aeronautial Society“ einen Besuch ab. Dort bekamen wir viele wertvolle Tipps von verschiedensten Persönlichkeiten und auch eine kurze Einführung in die Arbeit des Luft und Raumfahrtkonzerns Lockheed-Martin. Höhepunkt des Tages war ein Wettbewerb, bei  dem es zum einen darum ging das Beste von einem Gummiband angetrieben Flugzeug zu bauen und sich bei einem Quiz zu beweisen.

Leider war die London-Phase auch irgendwann zu Ende. Unsere nächste Unterbringung war RAF Cranwell. Hier war die erste RAF-Staffel stationiert und heute befindet sich dort neben einer King-Air Ausbildungsstaffel die Offiziersschule der Royal Air Force.

Eigentlich wäre geplant gewesen, dass wir in Cranwell fliegerische Aktivitäten haben. Das hieße beispielsweise Flüge in den King-Airs der Air Force oder einen Tag Segelflugbetrieb. Leider gab es sowohl technische als auch organisatorische Schwierigkeiten die dies verhinderten. Genau hier wäre mein einziger, stärkerer Kritikpunkt anzuführen: Wir sind Air Cadets, also hatten wir alle ein gesteigertes Interesse an der Luftfahrt. Eigentlich ist es Gang und Gebe dass im Rahmen eines IACE das Gastgeberland fliegerische Aktivitäten anbietet, doch grade das hat in England leider überhaupt nicht funktioniert. Das fanden alle Teilnehmer schade, zumal wir wussten dass unsere Freunde die andere Länder besuchten, oder auch die Teilnehmer früherer IACEs in England sehr wohl die Möglichkeit bekamen zu fliegen.

Von Cranwell aus erkundeten wir Mittelengland. Hier kamen wir auch, durch 2 Ausflüge in die geschichtsträchtige Stadt Lincoln, intensiv mit einer der absoluten Hauptsachen im Tagesablauf eines jeden Briten in Kontakt: Dem Konsum von Unmengen an Tee und Gebäck. Außerdem gab es in Lincoln auch eine Geschichtsträchtige Kathedrale und vieles mehr zu sehen. Von Cranwell aus besichtigten wir auch die Royal Armouries in Leeds, welche eine unfassbare Vielfalt an Waffen und Rüstungen aller Zeitalter zur Schau stellt.
Der Höhepunkt unseres Aufenthalts in Cranwell war ein formelles Abendessen mit der Kommandatin der Britischen Air Cadets, Dawn McCafferty, sowie einigen Regierungsmitgliedern aus Ghana.

Anschließend an die Cranwell-Phase teilte man uns in 2 Gruppen auf: Von nun an erkundete die eine Gruppe, „Party B“ den Norden Englands, während unsere Gruppe, „Party A“, in Mittelengland blieb.
Unsere neue Bleibe war RAF Wyton, wo wir überraschenderweise in einer Offiziersmesse untergebracht wurden, welche sich als sehr luxuriös herausstellte.  Einer meiner liebsten Programmpunkte wurde von Wyton aus organisiert: Der Besuch in Cambridge und die Besichtigung des Unternehmens „Marshall Aerospace“. Zunächst zu Cambridge: Es gibt nur wenige Universitäten weltweit die ein ähnlich mächtiges Ansehen genießen wie die in Cambridge ansässige. Im Rahmen einer, für Cambridge typischen, Bootstour auf Booten die mit Holstäben durch das Wasser getrieben wurden, bekamen wir einige Colleges zu sehen, die für ihre Absolventen schon seit Generationen berühmt sind.
Außerhalb von Cambridge fuhren wir, an einem anderen Tag zu Marshall Aerospace. Dort werden bereits seit langer Zeit Modifikationen für Flugzeuge, die bei verschiedensten Unternehmen und Organisationen weltweit im Einsatz sind, entwickelt und gebaut. Beispielsweise benötigte die Royal Air Force einige C130 Transportflugzeuge, die länger waren als die Modelle, die in den USA gefertigt wurden. Marshall Aerospace entwickelte und baute diese Modifikation, die heute hundertfach im Einsatz ist. Grade für jemanden, der, wie ich, ein erweitertes Interesse an allem hat, was mit Luft-und Raumfahrt zu tun hat, war es der Himmel auf Erden sich mit erfahrenen und renommierten Ingenieuren über ihr tun zu unterhalten.
Außerdem ist Marshall Aerospace mit der Wartung der britischen C130 betraut, wodurch einige dieser Flugzeuge in den Hallen von Marshalls standen und von Mechanikern und Ingenieuren gepflegt und geprüft wurden. Somit ergab sich für uns Cadets auch die Möglichkeit einmal auf Tuchfühlung mit einer solchen Maschine zu gehen, und beispielsweise auf dem Sitz des Flugzeugführers Platz zu nehmen. Eine einzigartige Gelegenheit!

Nachdem unsere letzten Tage in Wyton auch gezählt waren, begaben wir uns zurück nach London, besser gesagt zur Brunell University.
Hier trafen beide Gruppen wieder aufeinander und wir feierten unseren letzten gemeinsamen Tag noch mit einem Abend in einer Disco. Hier wurden letzte Präsente ausgetauscht.
Wir freuten uns alle sehr, als die Escort Officers andere Nationen uns, als deutsche Gruppe, noch einmal persönlich aufsuchten und uns kundtaten, dass sie unsere Anwesenheit sehr genossen hätten und uns allesamt gerne in ihrem Land begrüßen würden. Das setzt nicht nur einem Austausch, der auch sehr viel Spaß bedeutete die Krone auf, sondern erzeugte bei uns auch das Gefühl, das wir dem Motto des IACE vollständig Geltung tragen konnten:  „A world of friendship and aviation!“

Zu guter letzt möchte ich mich noch bei den Organisatoren des IACE bedanken. Diese stecken wirklich Unmengen an Zeitaufwand in den IACE. Außerdem muss man auch erwähnen, dass es allein ihr Verdienst ist, dass der IACE in Deutschland trotz der zurückgegangenen Mittel der Sponsoren, noch Stattfinden kann und sogar noch ein sehr aufregendes und hervorragendes Programm in ganz Deutschland zu bieten hat.

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