des Deutschen Aero Club e.V.
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IACE 2017 Schweiz

Januar 29th, 2018 | Posted by Julia Jansen in International Air Cadet Exchange

International Air Cadet Exchange – dass klingt für viele erst einmal unbekannt und nichtssagend. Ich selbst wusste bis sechs Monate vor meinem Austausch nicht wirklich etwas über diese Organisation, hatte allerdings schon durch eine Internetrecherche eine Idee, was die verschiedenen Länder so mit Ihren Kadetten unternehmen. Im November 2016 traf ich einen ehemaligen Teilnehmer des IACE auf der Jugendleitertagung in Bad Sobernheim. Dort erzählte er mir von seinen Erfahrungen und dem Gedanken hinter dem IACE, nämlich der internationalen Verständigung unter jungen Fliegern. Hier möchte ich kurz einwerfen, dass ich in diesen zwei Wochen elf wirklich tolle Freunde aus allen Teilen der Erde (sei es direkt vor der „Haustür“ oder am anderen Ende der Welt) finden durfte!

 

Nach der Bewerbungsphase ging es am 24.06.2017 erst einmal zur Vorbereitungsveranstaltung nach Köln, genauer in die dortige Luftwaffenkaserne. Hier wurden uns Formalien und Ratschläge für die verschiedenen Austauschländer vermittelt und es stand ein Besuch der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums (einschließlich des Besichtigens der Kanzler-Airbusses A340) auf dem Plan. Dort lernten sich alle Kadetten für die verschiedenen Länder gegenseitig kennen und ich traf Axel, meinen Kollegen für die Schweiz.

 

Nun aber zum Hauptteil des IACE, dem Austausch selbst. Am 18.07 ging es schon früh los (zumindest für einen Schüler in den Ferien), erst mit dem ICE nach Frankfurt dann an den dortigen Meetingpoint. Und schon saßen wir (alle Kadetten Richtung Schweiz dieses Jahr: Belgier, Niederländer, Franzosen, Hong Konger und natürlich Deutsche, sowie zwei Escorts aus der Schweiz). Dazu kamen die Cadets, die nach Belgien und Großbritannien flogen, sie teilten sich dieses Jahr ein Flugzeug. Mit dem Bus ging es dann erst an das General Aviation Terminal in Frankfurt-Main und dann nach Frankfurt Egelsbach, wo für uns „Schweizer“ das erste Highlight wartete – ein Super Puma Transporthelikopter samt Crew, der eine der Besonderheiten des Austausches in die Schweiz ist.

 

Nach anderthalb Stunden Flugzeit durch Süddeutschland und die Ausläufer des Jura kamen wir dort an, wo es sich für den Austausch wie zu Hause anfühlen sollte, dem Flugplatz Grenchen in der Westschweiz. Gleich nach dem Beziehen unsere Quartiere, der Flugschülerunterkunft der Flugschule Grenchen, ging es am Abend schon mit unseren beiden Escorts Nathan und Patrick auf den Grenchenberg, den Hausberg Grenchens. An den folgenden Tagen besichtigten wir ein Wasserkraftwerk, Skyguide (die Flugsicherung der Schweiz), das Dübendorfer Fliegermuseum und das Pilatuswerk in Stans. Dort hatten wir auch die außergewöhnliche Gelegenheit, in einer Werks PC-12 durch die Alpen zu fliegen.

 

Am ersten Wochenende unseres Austausches standen Segelflug und Motorkunstflug auf dem Programm, leider fiel ein Tag wettermäßig ins Wasser. Alternativ sind wir dann mit drei Motormaschinen nach Lausanne geflogen. An Tag 5 hieß es auch schon wieder Abschied nehmen von unserer Unterkunft in Grenchen, zumindest vorerst. In der folgenden Arbeitswoche sollten wir unsere Unternehmungen von unserer neuen Unterkunft im Schweizer Engadin aus bestreiten (Celerina). Den Transfer der eigentlich vom Flugplatz Grenchen bis zum Flugplatz Samedan/ St. Moritz hätte führen sollen verlief jedoch anders als erwartet.

Nachdem sich am Vortag das schlechte Wetter schon angekündigt hatte, bangten wir alle um unseren Transferflug im Puma. Als wir aber gegen 7:30 erfuhren, dass wir geflogen werden, waren wir zunächst alle erleichtert. Gegen 8:30 kam auch der Puma, das Wetter zeigte sich gerade mit strömenden Regen von seiner unvorteilhaftesten Seite. Man briefte uns, sich mit dem Einsteigen zu beeilen um Zeit zu sparen und ein Wetterfenster in den Alpen zu nutzen. So strömten dann pünktlich um 8:30 12 Personen im Anzug (denn wir reisten grundsätzlich in unserem Formaldress) mit Gepäck in strömendem Regen zu dem Transporthubschrauber, dessen Triebwerke weiterliefen. Nachdem alle eingestiegen waren rollte der Heli auch wieder zur Bahn und wir starteten Richtung Samedan. Nach einer anfänglichen Verbesserung nahm die Sicht in den Alpen weiter ab, immer wieder flogen wir Manöver um Höhe abzubauen und unter die Wolkenwand zu kommen. Plötzlich öffnete der Lademeister die Tür und der Hubschrauber setzt zur Landung an, der Lademeister gibt uns zu verstehen, uns bereit zum Ausstieg zu machen. Da standen wirr nun mitten auf einem Feld in der Schweiz, der Hubschrauber startete schnell wieder, um zu seiner Homebase in Payerne zu kommen.

Alternativ, das hatte man uns schon vorher gesagt, würde man uns an einem Bahnhof absetzen (ich hielt das erst für einen Scherz), so machten wir uns also auf zum Bahnhof von Thusis und fuhren die restliche Strecke mit der rhätischen Bahn durch eine beeindruckende Landschaft.

 

Die nächsten Tage verbrachten wir im schönen Engadin mit Wanderungen, Segelflug in Samedan und Ausflügen in das nahegelegene St. Moritz. Freitags darauf ging es wieder zurück nach Grenchen, diesmal war das Wetter phantastisch und wir flogen bei bester Sicht nach Payerne. Payerne? Ja, bevor es wieder „heim“ nach Grenchen ging, machten wir einen Zwischenstopp auf dem Militärflugplatz Payerne, dort trafen wir die Piloten der Schweizer Kunstflugstaffel „Patrouille Suisse“. Sie zeigten uns ihre Flugzeuge, aßen mit uns zu Mittag und beantworteten all unsere Fragen. Anschließend durften wir ihrem Briefing beiwohnen und vom Rand der Startbahn ihren Start zu einem Trainingsflug beobachten.

Das nächste Highlight folgte schon am nächsten Tag, im Zuge eines „Cadet Day“ trafen wir lokale Sponsoren und Funktionäre des Aeroclub Schweiz und der lokalen Flugschule, das Highlight stellte allerdings ein Flug durch die Alpen in einer DC-3 dar. Auf diesen Flügen agierten die Kadetten als Flugbegleiter. In den folgenden finalen Tagen hatten wir noch unser Farewell-Dinner am wunderschönen Bielersee und besuchten Festivitäten zum Schweizer Nationalfeiertag (01.08.). Am frühen Morgen des 02.08. hieß es Farewell zu unseren Freunden aus Frankreich und Australien, sie verließen die Schweiz über den Flughafen Zürich und reisten nicht mit uns später über Frankfurt aus.

 

An dieser Stelle möchte ich mich beim Schweizer Head of IACE Riccardo Ricci, den beiden Escorts Nathan Cerveny und Patrick Hofstetter und natürlich Willi Dysli und seiner Frau Suzanne bedanken, die diesen außergewöhnlichen Aufenthalt ermöglicht haben.

Wie man vielleicht herausgelesen hat, durfte ich zwei grandiose Wochen in der Schweiz erleben und kann jedem nur raten sich auch zu bewerben, wir Cadets waren uns einig, etwas absolut Einmaliges erlebt zu haben!

 

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