des Deutschen Aero Club e.V.
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Jugendleiterlehrgang 2016 in Bad Sobernheim

Oktober 7th, 2016 | Posted by Konstantin Mahler in Jugendleiter | Luftsportjugend | Qualifizierungen | Termine

29523539374_61ba3e4b7f_kTag 1 – 30.09.2016 Ankunft und Start ins volle Programm

Die Anreise war an diesem Freitag für 17 Uhr geplant. Der diesjährige Lehrgang fand auf Bundesebene statt, dementsprechend hatten einige Teilnehmer eine sehr lange Anreise und kamen verspätet an. Das stellte aber kein Problem dar. Nach der sehr freundlichen Begrüßung von Max und Julia (Bundesjugendleiter und stellv. Bundesjugendleiterin) bekamen wir unsere Zimmer zugewiesen. Es waren gut eingerichtete Mehr-Bett-Zimmer, teilweise mit Balkon, Wohnzimmer, Dusche & Badewanne, Küche, Kühlschrank. Wir waren also bestens untergebracht. Der Flugplatz Bad Sobernheim liegt in Rheinland-Pfalz auf einem Berg im gleichnamigen Ort. Das Wetter war kühl und fürs erste trocken. Klare Sternennächte bescherten ein nächtliches Highlight.


Das Schulungsgebäude befand sich von den Schlafzimmern und Aufenthaltsräumen abgegliedert in einem eigenen Gebäude. In diesem Schulungsraum trafen wir uns um 18 Uhr das erste Mal. Es folgte die obligatorische Vorstellung der Kursleiter und Teilnehmer sowie eine Menge Erklärungen bezüglich des Lehrgangs. Der normale JuLeiCa Lehrgang wurde bisher an drei Wochenenden vollzogen. Wir machen dasselbe Programm in nur 4 Tagen. Deshalb begann unser tägliches Programm um ca. 7:30 Uhr und endete gegen 23 Uhr abends. Dazwischen gab es ausreichend kleine und große Pausen. Für Getränke war gut gesorgt dank Getränke-Liste. Wir begannen den Lehrgang mit dem Thema Alkohol. Hierzu hatte jeder etwas beizusteuern und keiner hatte die Scheu sich zurückzuhalten. Es wurde viel diskutiert, denn Alkohol ist vor allem bei Minderjährigen im Verein ein sehr großes und aktuelles Thema. Dabei ging es natürlich auch darum, was erlaubt und nicht erlaubt ist, aber vor allem wer die Verantwortung darüber hat und was No Go’s sind, wie zum Beispiel Alkohol im Flugbetrieb. Jeder schrieb dazu eigene Überlegungen auf Zettel, die zusammen aufgehängt und natürlich auch besprochen wurden. Es war eine lustige Runde, die nicht nur todernst war, sondern gerne diskutierte und lachte.

Nach dem ersten aktiven Thema kam etwas Ruhigeres zum Ausklingen des Abends. Florian Heilmann ist Sportsoldat. Doch was heißt das? Er absolvierte die Grundausbildung zum Soldaten. Anstatt an die Front zu gehen ging es für Ihn jedoch in den Segelflieger. Trainiert von den besten Trainern Deutschlands verdient er sein Geld als Streckenflieger von Deutschland, nimmt an internationalen Wettkämpfen teil und sitzt beinahe täglich im Flugzeug. Unterstützt von der deutschen Bundeswehr sowie seinen Sponsoren lernt er viele Leute kennen und kommt an Gelegenheiten die Privatfliegern nicht bekommen würden. Als Sportsoldat der Bundeswehr Deutschland kann die Leidenschaft zum Beruf werden. So endete auch schon der erste Tag des Lehrgangs um 23 Uhr. Der Flugplatz Bad Sobernheim bietet einen sehr netten Jugendraum mit Billardtisch, Musik und gemütlichen Sesseln. Beim entspannten Bier kam man den Jugendleitern und Teilnehmern näher, erzählte sich Geschichten vom Flugplatz und aus dem Leben. Die Stimmung war so gut, dass es überhaupt keine Probleme gab und wir erst nach Mitternacht ins Bett kamen.

30037746542_4367496837_kTag 2 – Mein/Dein Traumhaus – Konflikte mit Hilfe von Betzavta lösen

07:00 Uhr. Der Wecker klingelt. Es ist verdammt früh, dafür das eigentlich langes Wochenende ist und lange ausgeschlafen werden kann. Das stellte sich für keinen Teilnehmer als Problem da um nicht früh morgens auf den Beinen zu sein und zum Frühstück zu gehen. Das sehr gute und auswahlreiche Frühstück ging schnell vorbei, zum Glück wirkte der Kaffee ziemlich schnell. Heute bekamen wir Besuch von Burkhard Lau. Er ist ausgebildeter Betzavta Trainer. Betzavta heißt auf Deutsch „Miteinander“ und beschäftigt sich mit Problemlösungen in Gruppen, Interessenskonflikten und Kompromissen um zu einer guten Lösung für alle Beteiligten zu gelangen. Unsere Aufgabe war es, unser eigenes Traumhaus auf ein A4 Blatt zu malen. Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt. Eine Bergbau Firma hat unser Wohngebiet zur Förderung von Kohle erschlossen und damit begann das eigentliche Problem. Jede Gruppe (ca. 7 Personen) bekam ein Plakat und musste nun die Häuser ausschneiden und aufkleben die auf dem kleinen Gebiet noch Platz finden sollen. Das bedeutete sich von einigen Häusern zu verabschieden. Zum Glück gab es viele gemeinsame Interessen, zum Beispiel der Flugplatz. Wir lösten die Probleme relativ entspannt. Laut wurde es nicht und ein Streit brach auch nicht aus. In der nächsten Instanz wurde es wieder komplizierter. Die beiden Gruppen wurden zusammengelegt und abermals mussten wir uns von unseren eigenen Kreationen und Träumen verabschieden. Zum Erstaunen des Seminarleiters waren wir sehr ruhig, konstruktiv und entspannt. „Es wäre keine Seltenheit, dass Teilnehmer anfangen zu weinen, zu schreien oder aggressiv werden“, meinte Burkhard Lau später überrascht zu den Jugendleitern. Im Anschluss folgte ein Vortrag vom Tornado-Piloten Thorsten Jansen, der uns über die Fliegerei der deutschen Bundeswehr, die Ausbildung und die Bewerbung informierte. Er brachte spannende Videos und Bilder aus dem Cockpit im Jet über der Wüste in Arizona mit und brachte das Thema sehr genau und vor allem sehr interessant rüber. Das Abendessen wurde dann zum Teambuilding: wir kochten selbst. Unter der Anleitung von Pascal Reifer gab es an diesem Abend selbst gemachte Burger, die jeder für sich selber zusammenstellen konnte. Im Anschluss tranken wir selbstgemixte alkoholfreie Cocktails, spielten Billard im Jugendraum und viele von uns lernten das „Wolfsspiel“ kennen. Wir hatten eine Menge Spaß und es ging ziemlich weit in den frühen Morgen bis alle schlafen gegangen sind.

Tag 3 – 20.10.2016
Die Arbeit als Jugendleiter – Menschen bewegen, fördern, begeistern und führen

Heute geht es um einen großen Aspekt des Jugendleiters. Wie der Name der ehrenamtlichen Position schon sagt, sollen wir später eine Jugend „leiten“. Tina Gassmann erzählte uns viel über Menschen, bestimmte Arten von Menschen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, Motivation, Zielsetzungen, Förderungen, einfach vieles wichtiges, sodass man es überhaupt nicht zusammenfassen kann. Wir erstellten Plakate, versetzten und in Menschen rein und kommunizierten Strategisch bei einem kleinen aktiven Spiel ohne zu reden. Wir lernten viel Sicherheit dazu, was den Umgang mit Menschen und Problemen von Jugendlichen betrifft und besprachen Problembereiche auf dem Flugplatz. Oft mussten wir gebremst werden, da wir nicht aufhörten zu einem Thema etwas einzuwerfen oder zu diskutieren. Als nächstes bekamen wir einen großen Einblick in die NADA (Nationale Anti Drogen Agentur). Sepideh Mahrokh erklärte uns, was Ihre Agentur macht, zu was Doping führt und wie dagegen gekämpft wird. Zugegeben, Doping kommt im Segelflug bei weitem nicht so häufig vor in anderen Sportarten, dennoch war es sehr interessant wie International bei Top Sportlern Doping kontrolliert wird und wo bereits Doping anfängt. Der Traubenzucker in der Schule vor einer Klausur wird mit Hintergrund auf Leistungssteigerung genommen, sprich Doping, auch wenn es legal ist. Damit war das auch schon unser letzter Abend. Die Tage sind wie im Flug vergangen, haben wahnsinnig viel Spaß gemacht. Aber noch war es nicht zu Ende. Nach dem Abendessen gab es das sogenannte „Rahmenprogramm“. Diesen Abend bestand es aus einem Geocache. Beim Geocache „Kleine Platzrunde“ geht man mit einem GPS Geräte zu bestimmten Koordinaten um dort den nächsten Hinweis für weitere Koordinaten zu finden. Bert Henn leitete dies und ist den Geocache vorher abgelaufen um die Ausführung gewährleisten zu können. Er hat über 2 Stunden dafür benötigt, da er eine Koordinate nicht finden konnte. Unser super JuLeiCa Team schaffte den kompletten Geocache in ca. 40 Minuten. Rekordzeit, wie wir feststellten und alle in einem kleinen Buch am finalen Fundort des Geocaches festhielten. Danach informierte uns Lena Treder über den International Air Cadet Exchange (IACE). Wir bekamen viele Eindrücke vom ausländischen Militär, der Vielfalt der Fliegerei und der Begeisterung von Lena. Natürlich bekamen wir ein paar Tipps wie wir uns bewerben sollten, wie es abläuft und wieso das ganze eigentlich veranstaltet wird. Der Abend gestaltete sich wieder aus Reden, Billard, „Werwolf“-Spielen und viel Spaß.

30152044585_05e565a899_kTag 4 – Tag der Abreise und des Abschieds

Der letzte Tag steht an. Das Wochenende war ziemlich anstrengend, hat aber mindestens genauso viel Spaß gemacht und keiner bereut es. Im Gegenteil, wir haben alle neue Freunde gefunden und uns super verstanden. Ein wahnsinniger Zusammenhalt, wir wirken auf Außenstehende als würden wir uns schon viel länger kennen als 3 Tage. Das ist natürlich auch unseren Lehrgangsleitern zuzuschreiben. Eine sehr gute Organisation und ein entspanntes, lustiges Team haben das Wochenende unvergesslich gemacht. Bevor alle nach Hause fahren erzählte uns Bernd Simonis 2 Stunden lang über Aufsichtspflicht, ein sehr wichtiges Thema wie wir empfanden. Wir haben gemerkt wie schnell man wegen einer Kleinigkeit schuldig sein kann und wie wir in extremen Situationen richtig handeln. Wir konnten unsere Fragen stellen, denn wir alle haben schon Situationen erlebt wo es nicht unbedingt eindeutig war, welche Handlung die richtige wäre. Wir haben eine Menge aus dem Lehrgang mitgenommen. In einer abschließenden Abschlussrunde gab es ordentliches Feedback an die Lehrgangsleitung. Besonders unterstrichen haben wir noch einmal den Spaß den wir gehabt haben. Obwohl der bundesweite JuLeiCa kompakt Lehrgang „nur“ ein Prototyp war, war er ein voller Erfolg. Eine so verbundene Gruppe erlebt man selten; offen, spaßig und motiviert. Ein paar sehen wir beim diesjährigen Segelfliegertag in Berlin und auf der Aero 2017 in Friedrichshafen wieder. Pläne für einen gemeinsamen Refresher-Kurs wurden auch schon geschmiedet.

An diesem Punkt möchte ich den Bundesjugendleitern Max Heilmann und Julia Jansen danken, vielen Dank für die Möglichkeit des Lehrgangs und der super Organisation. Ein Dank geht ebenfalls an alle Seminar- und Vortraghalter. Ein besonderer Dank geht an den Flugplatz Sobernheim für die tolle Infrastruktur, das ausgezeichnete Essen und die tollen Möglichkeiten am Flugplatz. Es war ein grandioser Lehrgang.

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