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Ende der Juniorenzeit bei 40°C und 4000m Wolkenbasis…

Januar 15th, 2016 | Posted by Max Heilmann in Segelflug

So gestalteten sich die ersten beiden Novemberwochen bei mir. Zusammen mit Familie Kalisch aus Roitzschjora verbrachte ich die ersten Wintertage in Südafrika.

So fing alles an – oder auch – ein harter Kampf um jeden Flug

1Chronologisch betrachtet begann dieser Ausflug eigentlich vor 2 Jahren auf dem Rabenberg. Gert Kalisch ließ seinen Preis ausrufen und alle Junioren wurden nervös. Am Ende zeigt Dennis Zettwitz taktisches und fliegerisches Geschick und gewann den Förderpreis. Diese Situation war natürlich für mich nicht befriedigend, schließlich wollte ich auch nach Südafrika. Also galt es im letzten Juniorjahr nochmal alles zu geben. Die Ausgangslage gestaltete sich ab dem 18.4. schon sehr gut. Nach 614 Km FAI (deklariert) sahen die Wertungslisten schon sehr gut aus, doch dann folgte eine lange Durststrecke.

Mir gelangen, meist zusammen mit meinem Bruder, zwar wunderschöne und auch große Flüge, doch leider kann man die Dmst nur mit großen, angemeldeten Strecken gewinnen. Im Laufe der Saison gelangen Florian Heilmann super Flüge und er konnte sich absetzen und auch Dennis legte klasse Flüge hin. Er konnte den Preis jedoch nicht noch einmal gewinnen. Auf Platz 3 gelegen wartete ich auf entsprechendes Wetter. Damit war ich jedoch nicht allein, auch Max Wiesner aus Klix lag auf der Lauer.

Bruder gegen Bruder?

Am 04.08. gelang mir dann endlich ein adäquater Flug, immerhin 523 km FAI, von Görlitz aus. Damit war der 3. Platz sicher. Dennis fiel heraus, also Platz 2. Nun stand mir mein eigener Bruder im Weg.

Dieser entschied sich jedoch gegen Südafrika und für einen Ausflug als Helfer auf die Junioren Weltmeisterschaft nach Australien zu fahren und damit stand ich plötzlich an der Spitze. Nach mehreren Telefonaten mit Gert buchte ich einen Flug und begann mit der Organisation. Dennis half mir bei der Vorbereitung mit seinen Erfahrungen aus dem letzten Jahr.

2Abflug nach Südafrika

Am 4.11. ging es dann endlich los. Erst von Dresden nach Frankfurt, dann ging es über Nacht weiter nach Johannesburg. Dort angekommen übernahmen wir erstmal unsere Mietwagen und machten uns auf den Weg nach Potchefstroem und besuchten Jonker Sailplanes.

Abgerundet wurde der erste Tag mit einem super T-Bone Steak. Über Douglas kamen wir nach 2 weiteren Tagen endlich in Kuruman an. Vor Ort wurde die Lodge bezogen und ein erster Blick in den Container geworfen. Glücklicherweise waren alle Flieger in Takt uns so konnten wir am nächsten Tag mit dem Aufbau des Cobra-Gliding Camp beginnen. Das Aufrüsten des Nimbus 4dm sollte dabei die erste Konditionsprobe sein. Bei 40°C im Schatten ist es wahrlich kein Genuss den Flieger aufzurüsten und zu putzen. Aber mit der Aussicht am nächsten Tag in die Luft zu kommen ging die Arbeit dann doch ganz gut von der Hand. Zum Glück kamen wir am nächsten Tag dann auch in die Luft. Wir kämpften uns ein paar Stunden durch mäßige Thermik und hatten schließlich 350 km geflogen. 3Um sich mit dem Flieger vertraut zu machen kam der Flug genau richtig. Der nächste Flugtag versprach dann schon bessere Bedingungen. Wir konnten zwar erst recht spät starten und mussten uns auch 70 km durchs Blaue hangeln, doch dann ging es unter den Wolken wirklich gut. Mit jeder Stunde wurden die Bedingungen besser. Die Basis stieg auf 5500 m msl an und die Steigwerte pendelten sich auch um 4 m/s ein. Damit wurden wir auch immer schneller und plötzlich kam der Gedanke auf, die 1000 km in Angriff zu nehmen. Am Ende erflogen wir 995 km, bei erwarteten 750 km eine durchaus zufriedenstellende Streckenlänge. Nach diesem wirklich beeindruckenden und schönen Flug begann dann das große Warten. Vor lauter Fluggeilheit entschieden wir uns einmal für einen Versuch im Blauen. Am Ende konnten wir 600 km fliegen, doch dieser Flug war wirklich ermüdend und anstrengend. All das geduldige Warten wurde schließlich belohnt mit einem letzten super Flugtag. Schon um 9 standen wunderschöne Wolken am Himmel und so starteten wir so schnell wie möglich. Die Basis war nicht allzu berauschend, doch jeder Cumulant brachte gutes Steigen und so kamen wir gut voran. 4Nach 200 km mit Nordwest. Kurz setzten wir unsere erste Wende und nutzen den Rückenwind in Richtung Südosten. Es folgten 250 km schnelles und entspanntes Fliegen. Direkt an der Wende ging es dann auch plötzlich auf 4800 m msl.

Doch der Blick Voraus machte deutlich, dass diese Höhe wohl einmalig bleiben wird. So konnte ich den Schnitt deutlich erhöhen, da wir erstmal wieder unter die Basis mussten. Noch einmal ging es in Richtung Nordwesten, dieses Mal über 300 km, um dann bei Kilometer 250 auf Kuruman umzudrehen und uns auf den Heimweg zu machen. Der Anflug gestaltete sich dann doch noch einmal etwas schwierig. Wir hatten noch genügend Zeit um den Flug zu beenden doch direkt vor uns stand eine tiefschwarze Gewitterwand. Es war nicht zu erkennen ob es in Kuruman regnet oder nicht und so entschieden wir uns, doch erst einmal vorsichtig den Weg in Richtung Heimat fortzusetzen. Über dem Flugplatz angekommen stellten wir fest, dass das Gewitter schon deutlich abgezogen war. Doch leider konnten wir keinen thermischen Anschluss mehr finden und landeten mit 1054 km auf dem Konto. Der Tag hatte jedoch durchaus Potenzial für 1200 km, trotzdem waren Gert und ich absolut zufrieden! 5Dieser Flug bildete dann auch den fliegerischen Abschluss meines Aufenthaltes, denn wir hatten einfach kein Wetterglück. So ging es am 22.11. von Johannesburg zurück in Richtung Deutschland.

Trotz der wenigen Flüge war die Zeit in Südafrika super und die Flüge werde ich wohl nicht so schnell vergessen!

Dank zahlreicher Gespräche, Shoppingtours oder Flugplatzsuchen kam auch an Schlechtwettertagen keine Langeweile auf. Und wenn ich die Möglichkeit bekomme, werde ich auf jeden Fall wieder nach Kuruman reisen!

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