des Deutschen Aero Club e.V.
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22. April 2018, 04:00 UTC Uhr morgens: Ein außergewöhnlicher Flugtag beim Aero-Club Rhein-Nahe in Langenlonsheim bei Bingen. Es war noch dunkel und den leichten Dunst in der kühlen Luft konnte man noch nicht als Nebel bezeichnen, jenen Nebel, der auf unserem Flugplatz aufgrund der Lage direkt an der Nahe durchaus häufiger vorkommt. Aber schon bald fingen die Hauben und Tragflächen der vier aufgebauten und gecheckten Segelflugzeuge an, zu beschlagen. Im Scheinwerferlicht der Autos zog immer mehr Bodennebel auf, also hieß es für unser geplantes Sonnenaufgangsfliegen abwarten und Kaffee trinken. Leider hat sich der Nebel zu lange gehalten, sodass unser Sonnenaufgangsfliegen (wortwörtlich) ins Wasser fiel. Da wusste ich noch nicht, dass meine Enttäuschung über den unglücklichen Beginn des Flugtages nur von kurzer Dauer sein sollte.
22 April, 07:15 UTC: Ich sitze das erste Mal an diesem Tag im Cockpit. Nach einer gut gelungenen Platzrunde fragte mich mein Fluglehrer Rainer, wie ich mich so fühlte. Ich ahnte natürlich den Grund der Frage, aber keine Frage – mir ging‘s gut! Nach einer weiteren Platzrunde wurde es offiziell, ich sollte „freigelassen“ werden. Dann spürte ich doch die Aufregung, was aber mehr einer freudigen Erwartung entsprach. Nach einem weiteren Start mit Rainer, der eine (nicht ganz unerwartete) Seilrissübung enthielt, dauerte es über drei lange Stunden, bis Sascha, der zweite Fluglehrer, eintraf. Meine Aufregung war jetzt doch recht groß geworden, sodass ich beim Überprüfungsstart mit der ASK21 eine nicht ganz so elegante Landung hinlegte. Also noch ein Start mit Fluglehrer. Diese Landung war immerhin in Ordnung. Die beiden Fluglehrer berieten sich erstmal und der Kloß in meinem Hals erreichte sein höchstes Volumen erreicht. Auch das Zurückholen eines anderen Fliegers konnte nicht wirklich ablenken. Wieder beim Startbus verkündeten Rainer und Sascha, dass ich bereit sei für meinen ersten Alleinflug. Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Bevor dann, nach gewohntem Startcheck, die Haube zuklappte, bedachten mich die Fluglehrer noch mit letzten Tipps und ermutigenden Worten.
Immer noch 22.April, jetzt 12:32 UTC: Es war soweit, endlich vollkommen alleine in der startbereiten ASK21, aber wie Startbereit ICH war – FRAGEZEICHEN? Rational wusste ich, dass ich eine Platzrunde locker ohne Hilfe fliegen konnte; aber die Emotionen ließen mein Herz schneller schlagen. Die gewohnte Absicherung fehlte. Doch jetzt war Konzentration angesagt. Schon hörte ich im Funk: „Seil straff – fertig“ und spürte den leichten Ruck des Anschleppens. Die ASK 21, einsitzig, stieg! In Gedanken sagte ich mir immer wieder auf, worauf ich achten sollte. Kein Flügel hing, kein Kavalierstart, nur die Fahrt war etwas hoch. Der Windenfahrer gab ordentlich Gas und wollte mir wohl ein längeres Freifliegen gönnen. Nach dem Ausklinken lief eigentlich alles wie gewohnt, abgesehen von dem Dauergrinsen in meinem Gesicht und dem neuen Hochgefühl. In der Luft blieb mir leider viel zu wenig Zeit, bis ich schon wieder mit der Landeeinteilung beginnen musste. Beim Landeanflug konzentrierte ich mich wieder besonders und murmelte Details, glaube ich, teilweise vor mich hin. Die Landung war wirklich OK. Nach dem Ausrollen hörte ich im Funk Musikfetzen – wohl ein kleiner Scherz zur Feier des Tages. Alle Anwesenden gratulierten nur kurz, dann durfte ich direkt wieder in die Luft. Nach zwei Platzrunden, bei denen die letzte Landung dann auch wirklich schön war, war der Tag für mich zu Ende, zumindest fliegerisch. Vorm Einräumen gab es dann die altbekannte Zeremonie – mit Brennnesseln, Nahewasser und reichlich A-Schwingen. Puh – war ich froh, dass nicht auch noch die beiden Schmiede aus unserem Verein dabei waren. Mein Vater küsste mich stolz.
Dieser 22. April 2018 war für mich ein Tag mit vielen Auf- und Abs, emotional und physisch. Ein ganz besonderer Tag auch in meinem Tagebuch. Ein Tag, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die leichte Aufregung und Anspannung beim Anschleppen geht hoffentlich nie verloren – genauso wenig wie die Begeisterung an Fliegen und Flugplatzleben.

Bericht: Greta Marie Waltenberg

 

Mit 14 Jahren ist Elis Klemer aus Münsingen einer der derzeit jüngsten Segelfliegerschüler in ganz Deutschland. Erste Alleinflüge mit weicher Landung und anschließendem Fliegerritual auf dem Flugplatz Münsingen-Eisberg

Münsingen. „Richtig und fest angeschnallt? Frequenz und Lautstärke des Funkgeräts geprüft? Auf Startunterbrechung vorbereitet?“, so ging Elis Klemer seine Checkliste im Segelflugzeug durch. „Jetzt machst du einen Start alleine, ohne mich“, war die Anweisung des Fluglehrers. Der Fluglehrer hieß an diesem Tag Uli Schwenk, amtierender Vizeweltmeister im Segelfliegen und ehrenamtlicher Fluglehrer im Luftsportverein Münsingen-Eisberg. Nach über 40 Starts und Flügen mit Fluglehrern war nun der Augenblick gekommen, auf den jeder Pilot wartet: Der erste Alleinflug! Der 14-Jährige schnallte sich an, machte die Haube zu und klinkte das Schleppseil ein, das das ziehende Motorflugzeug, genannt Schleppflugzeug, mit dem Segelflugzeug verbindet. Uli Schwenk hielt den Flügel und hob den Arm, ein Zeichen für den speziell ausgebildeten Schlepp-Piloten Philipp Ilg, dass er langsam anschleppen konnte, bis das Seil sich spannt. Dann war der Moment gekommen, der Arm senkte sich auf die drei Uhr Position und der Schlepppilot gab Vollgas. Der Motor der ziehenden weißen Ultraleichtmaschine „WT9 Dynamic“ brummt auf und es ging los… Die zwei Flugzeuge rollen an, hoben schon nach etwa 200 bis 300 Metern ab und flogen in den Himmel.

Das Hochziehen des Segelfliegers, der sogenannte „Schlepp“, dauerte nur etwa fünf Minuten, dann klinkte Elis Klemer aus und flog nun allein wieder in Richtung Flugplatz. Ein besonderes Gefühl für den Jungpiloten! Seit er 9 Jahre alt ist, kam Elis Klemer regelmäßig auf den Flugplatz und durfte auch schon häufig mitfliegen. In diesem Sommer konnte er nun vorne auf dem Pilotensitz Platz nehmen und mit Fluglehrer hinten drin „schulen“, also Flugunterricht nehmen. Jetzt ist er alleine im Flugzeug, ein besonderes Etappenziel. Nach kurzer Zeit hatte der Jungpilot noch eine Höhe von etwas mehr als 250 Meter über dem Flugplatz und so flog er noch einen Kreis, der ihn auf etwa 200 Meter brachte. Anschließend drehte er sich, wie häufig vorher geübt, korrekt in den Gegenanflug, was bedeutet, dass man parallel zur Landebahn fliegt. Dort meldete Elis Klemer regelgerecht per Funk: „Die Delta-2135 ist im rechten Gegenanflug auf die 08“….für Laien heißt das, dass sich der Pilot beim Flugleiter (also dem Fluglotsen des Flugplatzes) mit seiner Flugzeugkennung D-2135 meldet, und mit der Zahl „08“ die gewünschte Landerichtung (Landebahnrichtung 80 Grad, also Richtung Münsingen), durchgibt. Danach erhöhte Elis Klemer seine Geschwindigkeit ein wenig, sodass er, wie gefordert, etwa 90 Km/h schnell war und ließ den Flugplatz etwas rechts hinter sich liegen. Jetzt flog er eine 90 Grad Kurve. Er drehte in das letzte Stück ein, das sogenannte Endteil des Landeanflugs.

Da er noch etwas zu hoch war, nutzte er seine Bremsklappen, um Höhe zu verlieren. Anschließend flog er über die quer zur Landebahn verlaufende weiße Markierung, setzte „butterweich“ auf und kam nach etwa 100 Metern zum Stehen. Elis Klemer stieg mit einem großen Lächeln auf dem Gesicht aus dem Flugzeug. Den Eltern fielen natürlich auch ein paar Steine vom Herzen: „Ja, ich gebe gerne zu, dass ich feuchte Hände hatte und aufgeregt war,“ sagte Andrea Klemer, Elis Mutter, nachdem sie ihm gratuliert hatte. Einige Helfer kamen gelaufen, um das blau-weiße Segelflugzeug des Modells ASK13 zurück zum Start zu schieben. Der Alleinflug zählt offiziell erst nach dem dritten Alleinflug als „bestanden“. Der frisch gebackene Pilot stieg also gleich wieder ein und startete und landete noch zweimal ohne Probleme.

Nach dem letzten Alleinflug gratulierten ihm seine Fluglehrer, die ihn bisher geschult haben, sein Ausbildungsleiter Jürgen Kleber, weitere Piloten, Mitglieder und Wegbegleiter des Vereins und natürlich seine stolze Eltern, Andrea und Michael Klemer, sowie die jüngere Schwester Lavinia. Dann folgte das Erstflug-Fliegerritual der Segelfliegerpiloten, das darin besteht, einen Dornen- und Brennesselstrauß überreicht zu bekommen, sinnbildlich dafür, um später den Steuerknüppel mit der notwendigen Sensibilität und Achtsamkeit in der Hand zu halten.

Zusätzlich bekommt man von allen Anwesenden einen Klapps auf den „Hintern“… Letzteres damit man zukünftig mehr Gefühl für das Fliegen mitbringt, z.B. um die Thermik besser zu spüren. „Diese Feinfühligkeit macht einen guten Piloten aus: Sinne nutzen, wahrnehmen, fühlen und sehen“, erläutert Fluglehrer Uli Schwenk dieses Ritual und ergänzt „Die Feinfühligkeit wird besonders beim Segelfliegen geschult, wo es keinen Lärm und keine motorenbedingte Vibrationen gibt.“ Gerade beim Segelfliegen ist daher das „Eins werden“ mit der Natur im Himmel möglich. Der erste Alleinflug ist wohl für jeden Piloten der wichtigste Tag in seiner Fliegerkarriere, an den er sich sein ganzes Leben lang erinnern wird. Niemanden mehr als sich selbst im Flugzeug zu haben, vollkommen frei im Himmel zu schweben und eine scheinbar grenzenlose Freiheit zu spüren, ist ein unvergleichliches Gefühl!

 

Für Elis Klemer, Schüler einer 9. Klasse an der Gustav-Mesmer-Realschule in Münsingen, heißt es nun aber erstmal, über den Winter Theorie für die anstehenden Prüfungen zu lernen und in der Werkstatt mitzuhelfen die Flugzeuge zu warten. Mit 16 Jahren kann ihm dann bei Bestehen aller Prüfungen der Segelflugschein ausgestellt werden. Gefragt nach seinem Berufswunsch sagt er „Natürlich Fluglotse oder Pilot!“… was bei so einem besonderen Hobby wahrlich nicht überrascht!

Bericht: Elis Klemer

 

Mein Freiflug!

November 6th, 2018 | Posted by Konstantin Mahler in Projekt "Frei" - (0 Comments)

Die Faszination der Fliegerei fing bei mir schon von klein auf an. In dem Flieger Comic „Rex Danny“, welches mein Vater in seiner Jugendzeit gesammelt hatte, bestaunte ich die Abenteuer des Testpiloten. Auf jedem Flug in den Urlaub, war es mir wichtig am Fenster zu sitzen. Während anderen bei Turbulenzen schlecht wurde, freute ich mich die Tragflächen wackeln zu sehen.
Da man heutzutage als Jugendlicher mit möglichen Hobbys bombardiert wird, verzögerte sich die Erfüllung meines Traumes, einmal allein fliegen zu können, bis ins Studium. Ende Mai 2017 wurde ich nach einem Gespräch über die Fliegerei von einem Kommilitonen gefragt, ob ich nicht einmal Lust hätte, ihn auf dem Segelflugplatz in Braunschweig zu besuchen. Gesagt, getan. Ein Start in einem DuoDiscus reichte vollkommen, um nun endlich den Funken überspringen zu lassen. Ich wollte fliegen lernen.
Zu diesem Zeitpunkt wohnte ich in Wolfenbüttel und entschied ich mich deshalb im Herbst dazu der LSG Wolfenbüttel beizutreten. Der Winter war von interessantem Theorieunterricht und Winterarbeit an den Flugzeugen geprägt. Mit viel Hintergrundwissen und einer starken Ungeduld, ging des dann Ende April los, denn unsere Wiese war endlich trocken.
Der erste Start! Die erste Landung! Checklisten, Seilrisse, Lepo fahren, all das wurde nach und nach zur Routine. Neben der Fliegerei an sich, lernt man natürlich auch andere Flugschüler kennen und schließt neue Freundschaften. Mit 21 Jahren gehört man ja fast zu den älteren Flugschülern, aber das merkt man beim Routinebetrieb gar nicht, den da ist man eine Einheit. Ebenfalls ist und bleibt Segelfliegen eine Vereinssache und daher sind auch die Grillabende nicht wegzudenken. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist aus meiner Sicht auch die Wissenweitergabe von älteren Vereinsmitgliedern. Hier lernt man viel, sei es schweißen, Stühle leimen, an Fahrzeugen herumschrauben oder auch für viele jüngere Flugschüler interessant, das Autofahren. Die Eltern wird der geringe Fahrschulpreis freuen.
Mitte Juni war es dann soweit. Dank des extrem guten Wetters, war fast jedes Wochenende fliegbar gewesen und nach 50 Landungen hatte ich meine A-Prüfung bestanden. Mit dem klassischen Diestelstrauß und einem Eimer kalten Wassers auf den Allerwertesten gratulierten die Familie und der Verein.
Der Flug ohne Motor ist für mich die beste Art zu fliegen. Man bewegt sich nur mit der Energie der Natur und kann so ohne Probleme mehrere Stunden in der Luft bleiben. Keine Co2 Emissionen während des Fluges. Den Planeten freuts und mich persönlich lockt eine Herausforderung. Wo steht der beste Aufwind? Wie kann ich fliegen um sicher zum Platz zurück zu kommen?
Ich sehe mein Augenmerk in Zukunft auf dem Streckenflug und hoffe meinen Schein im Sommer 2019 erhalten zu können.

Bericht: Ives Bartels

EINS, ZWEI, FREIFLUG!

September 28th, 2018 | Posted by Konstantin Mahler in Projekt "Frei" - (0 Comments)

Seil läuft, Stramm, Fertig, Frei! – Weg war ich vom Boden und konnte mein Glück noch gar nicht fassen endlich alleine im Flugzeug ohne Fluglehrer zu sitzen.

Aufregung, Freiheit und Stolz es geschafft zu haben – Es war wirklich ein unvergessliches Erlebnis mein erster Alleinflug.

 

Mein Name ist Linus Baur, bin 18 Jahre alt, komme aus Paderborn und bin seit nun fast zwei Jahren „Haxterberger“. Vor zwei Jahren fing ich mit einem Schnupperkurs im Fliegerlager am Klippeneck mit Segelfliegen an. Danach war klar ich möchte Segelfliegen lernen!

 

Im Herbst ging es dann auch endlich los mit der Ausbildung und ich konnte meine ersten Starts am Haxterberg sammeln. Nach der langen Winterpause kam unglücklicherweise dann noch das Abitur dazwischen, deswegen ging es für mich ein wenig verspätet in die neue Saison.

 

Aber nach langem Üben und Warten war es am 6. August 2017 dann soweit. Nach einigen Flügen mit dem ersten Fluglehrer und nachdem der zweite Fluglehrer auch noch organisiert war und ein Start zusammen reibungslos verlief konnte es endlich losgehen. Nach letzten Anweisungen vom Fluglehrer und der Verabschiedung „genieß es!“, ging es Richtung Himmel. Oben ausgeklinkt flog ich ein paar Rollübungen und Kreiswechsel, und verzögert durch ein wenig Thermik ging es dann an die Position und wenige Sekunden später stand ich auch schon wieder heil auf dem Boden. Bis zu diesem Punkt war mir eigentlich nur oberflächlich klar dass hinten jetzt kein Fluglehrer drin saß und das gerade mein Freiflug war.

Nachdem der zweite und dritte Start genauso reibungslos vonstatten gingen erwartete mich am Abend die obligatorische Zeremonie mit Strauß, Trudeleinweisung, Wässerung und Hinternklopfen. Nach diesem tollen Tag den ich immer noch nicht so recht erfassen konnte freute ich mich schon mächtig auf das kommende Fliegerlager mit LS4 Einweisung und auch ein paar längeren Alleinflügen.

Mein Freiflug

September 27th, 2018 | Posted by Konstantin Mahler in Projekt "Frei" - (0 Comments)

Mein erster Alleinflug war einfach unfassbar. Dieses unglaublich tolle Gefühl mit einer Mischung aus Stolz und Respekt nach meiner A-Prüfung ist einzigartig und mit nichts auf der Welt zu vergleichen. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich nun selber für mich da oben verantwortlich bin.

Mein 1. Alleinflug

September 26th, 2018 | Posted by Konstantin Mahler in Projekt "Frei" - (0 Comments)

Ich bin ein  typisches Flugplatzkind, meine Eltern sind beide Segelflieger. Somit war ich schon kurz nach der Geburt das erste Mal auf dem Flugplatz und seit dem, mit wenigen Ausnahmen, fast jedes Wochenende.

Mit ungefähr 5 Jahren bin ich dann auch schon alleine auf dem Flugplatz rumgesprungen. Während Papa und Mama in der Luft waren, haben wir Kinder auf dem Spielplatz, am nahen Bach oder sonst wo im gefahrlosen Bereich auf dem Flugplatzes gespielt. Irgendwann in dem Zeitraum durfte ich dann das erste Mal mitfliegen: 2000 Meter MSL, toll. Aber nach zwei Stunden wollte ich wieder runter, mein Popo tat weh.

Seit dem habe ich mich jeden Geburtstag gefreut, dass ich ein Jahr weniger warten muss, um endlich mit dem Fliegen anfangen zu dürfen. Die Kinderspiele wurden langweilig. Ich vertrieb mir die Zeit mit Kabbeleien mit den Flugschülern oder half in der Kantine (da bekam ich wenigstens Trinkgeld). Gab es eine Gelegenheit mitzufliegen, war ich natürlich sofort dabei.

Mein 13. Geburtstag kam. Nach den neuen Regelungen hätte ich jetzt mit der Schulung beginnen dürfen. Aber ich sollte auf Wunsch meiner Eltern erst in der neuen Saison anfangen. Weiter warten. Also habe ich im Winter in der Werkstatt bei verschiedenen Arbeiten geholfen, z. B. bei der Ka8-Reparatur, bei der wieder ziemlich viel zu machen war. Parallel dazu habe ich den Theorieunterricht besucht und auch immer schön aufgepasst.

Zu Saisonbeginn, in den Osterferien, war ein Trainingslager mit durchgängigen Schulungsbetrieb geplant. Jippi, endlich durfte ich fliegen, obwohl noch zwei Monate bis zum 14. Geburtstag fehlten.

Nun kam der schwierigere Teil: Das praktische Fliegenlernen. Die Starts haben von Anfang an gut geklappt, jedoch für die Landungen habe ich mehr Starts gebraucht. Aber ich hatte ja noch Zeit, bis ich 14 Jahre alt wurde und alleine fliegen durfte.

Den nötigen A-Theorietest hatte ich zwischenzeitlich erfolgreich abgelegt. Doch an dem Wochenende, an dem ich die 14 Jahre endlich erreicht hatte, war leider viel zu starker Seitenwind, völlig ungeeignet für einen ersten Alleinflug.

Am darauffolgenden Wochenende war der Samstag unfliegbar, am Sonntag war auch nur  Minimalbetrieb. Nachdem jeder seine Starts hatte, räumten wir gewohnheitsmäßig den Flieger wieder in den Stall. Was ich nicht wusste: Ich hätte mich eigentlich noch an dem Tag freifliegen sollen. Dumm gelaufen oder in diesem Fall, geschoben.

Am nächsten Wochenende klappte es dann endlich. Nach den erfolgreichen Überprüfungsstarts stellte mir mein Fluglehrer die alles entscheidende Frage: „Traust du dir das auch alleine zu?“ Ich bejahte, und Zack saß ich alleine in der ASK21. Ich war mega aufgeregt. Aber sobald sich das Seil straffte, war ich hoch konzentriert. Denn schließlich soll sich die Maschine ohne Fluglehrer ganz anders fliegen, wurde mir so erzählt. Das habe ich auch ziemlich schnell gespürt, denn sie hatte viel weniger Zeit und Strecke bis zum Abheben gebraucht als gewohnt. Oben dachte ich mir nur: „Oh mein Gott, ich fliege wirklich allein!“ Dann habe ich überglücklich laut „Jeha“ gerufen, hörte ja keiner.

Das Erste, was ich anschließend gemacht habe: Ich habe eine (kleine) Parabel geflogen. Meine Fluglehrer mochten das nie, und jetzt konnten sie weder Motzen noch Kotzen.

Vorschriftsmäßig mit 200 Meter meldete ich mich an der Position. Gegenanflug, Queranflug, eindrehen in den Endanflug, ausrichten und sauber abfangen, alles passte. „Das hast du sehr gut gemacht, Franzi“, meldet sich mein Fluglehrer über Funk. Im gleichen Moment schoss unsere K8 in ca. 170 Meter pfeifend über den Platz und kündigte ihre Landung an. Der Pilot brüllte durch die offene Haube direkt zu uns nach unten: „Wartet, ich bin gleich da!“

Alle Anwesende kamen angelaufen. Sie überreichten mir einen wunderschönen Strauß, jeder gratulierte mir. Ich glaube, es gab keine Sekunde, in der ich nicht gelächelt habe.

Noch bevor die Gratulationsrunde beendet war, landete die K8 auf der Parallelbahn und rollte neben uns aus. Der Pilot sprang mit einem Satz heraus und stürmte auf mich zu: „Das lass ich mir doch nicht entgehen“.

Nun ja, es folgte der zweite, einerseits schmerzhafte, andererseits lustige Teil des Freiflugrituals: das traditionelle Schinkenklopfen. Ich glaube, die Thermik werde ich auch in den nächsten Jahren noch gut spüren können…

 

 

Ich habe mich am 8.7. mit 84 Starts in Bensheim an der Bergstraße freigeflogen

 

Bericht: Franziska Pawel

Die Gewinner des Projektes Frei stehen fest!

Platz 1 – Eilleen Köhler

Zum Bericht von Eilleen

Platz 2 – Lennart Hermann Strenge

Zum Bericht von Lennart

Platz 3 – Louis Tebbe

Zum Bericht von Louis

 

Die drei Gewinner erhalten jeweils 150, 100 und 50 Euro zu Ihrer fliegerischen Ausbildung als Förderung dazu! Das Geld wird an den Verein überwiesen und kann so als „Guthaben“ zum Fliegen verwendet werden. Wir wünschen allen Teilnehmern dieser Runde viel Erfolg bei allen weiteren fliegerischen Etappen die Euch noch bevor stehen!

 

Natürlich geht das Projekt „Frei“ direkt in die nächste Runde und wir erwarten schon neue tolle Berichte und Bilder von euren Erfahrungen!!

Alle Informationen rund um unsere Aktion und die genauen Teilnahmebedingungen findet ihr unter folgendem Link: http://www.luftsportjugend.com/frei/

 

 

„Zum Abitur noch die Segelfluglizenz machen“ – so fing alles an…und am 14.Oktober bin ich dem mit meinem ersten Alleinflug ein großes Stück näher gekommen. Jedoch wie kommt es zu dieser außergewöhnlichen Möglichkeit??

Nach der Schule auf dem Flugplatz zusammen mit seinen Schulfreunden fliegen lernen?? Anfangs für mich unvorstellbar. Aber nach meinem ersten „Probeflug“ kam mir der Gedanke – das will ich auch machen!! Und so wurde ich Mitglied unserer Segelflug AG. Ja, bei uns in der Schule gibt es Segelfliegen als Arbeitsgemeinschaft. Grundlegende Theorie lernen wir in der Schule und das Fliegen selbst nachmittags und am Wochenende auf dem Flugplatz.

Schnell hat mich das Fliegen und das Flugplatzleben begeistert. Leider war ich ein besonders schwerer Fall, mehrere Fluglehrer und 128 Starts später war es im Herbst ganz unverhofft soweit. Nach einer Woche schlechterem Wetter in unserem Schüler-Fliegerlager glaubte ich selbst nicht mehr an einen Alleinflug dieses Jahr, doch das Wochenende um den 14. Oktober brachte nicht nur gutes Wetter, sondern auch meinen ersten Alleinflug.

Ein richtig geiles Gefühl allein im Flugzeug zu sein und über das Unstruttal zu fliegen. Das hätte ich mir vor einem Jahr nicht träumen lassen. Bei meiner ersten Kurve wagte ich einen Blick nach hinten und realisierte, da ist kein Fluglehrer mehr, du machst alles alleine.

Am Dienstag nach meinem Alleinflug nutzte ich direkt noch einmal die Gelegenheit und stieg erneut alleine in die ASK 21. Was gibt’s schöneres als nach der Schule mit Freunden auf dem Flugplatz einige Starts in den sommerlichen Oktobernachmittag zu machen – auf dem Weg zum „Abitur mit Segelfluglizenz“ – Yeah!

Bericht: Max Wäldrich

Frei-Flug Florian

Oktober 24th, 2017 | Posted by Konstantin Mahler in Projekt "Frei" - (0 Comments)

Am 10.09.2017 war es endlich soweit, mein erster Alleinflug. Bevor es losging, wurde ich erst einmal durch einen Checkflug überprüft. Dabei stieg meine Anspannung. Dies war erfolgreich geschafft und nach einem kurzem Gespräch mit meinem Fluglehrer, ging es dann endlich los. Meine Nervosität stieg immer mehr, da ich jetzt auf mich alleine gestellt war und die alleinige Verantwortung für das Flugzeug hatte. Es war etwas ganz besonderes und sehr schönes, da ich selbst entscheiden durfte und musste, was ich wann mache und auch immer voraus denken musste, was als Nächstes gemacht werden muss oder was auf mich zukommen könnte. Ich war immer konzentriert, um all das zu beachten, wahr zunehmen und einzuhalten was mir mein Fluglehrer gelernt und beigebracht hatte. Am meisten angespannt war ich beim Start und bei der Landung. Meinen Fluglehrer nicht hinter mir zu haben, das war schon etwas seltsam.

Als ich bei jeder Platzrunde in den Gegenanflug kurvte, hatte ich ein Steigen von 2 bis 3 Metern, sodass ich meine Auskuppelhöhe von 350 Metern nie unterschritten hatte und ich mir jedes mal gedacht habe, wie schön es jetzt wäre ein zu kurven und noch höher zu fliegen, aber ich musste leider dort die Bremsklappen ausfahren, um Höhe abzubauen und wieder landen zu können. Bei jedem Anflug stieg mein Puls, da ich selbst alle Entscheidungen treffen musste, um eine perfekte Landung hinzubekommen. Das Gefühl alleine zu fliegen, ist etwas ganz Besonderes und ich freue mich sehr dies geschafft zu haben. Ich steuer das Flugzeug allein, ohne das jemand von hinten sagt, was ich machen soll.

Nun hatte ich meine 3 Platzrunden hinter mir, da sah ich schon den Diestelstrauß, den Martin brachte und ich hab mir gedacht „nein bitte nicht“. Als Martin mir dann den Strauß in die Hand gegeben hat und zudrückte, hat es ziemlich geschmerzt, aber es war auszuhalten. Ich hatte ganz schön zu tun, die Stacheln aus meiner Hand zu suchen. Am Abend kam dann die 2. Tradition, das „Arsch versohlen“. Das fand ich nicht so schmerzhaft wie die Disteln.

Für mich war das ein erfolgreicher Tag und ich bin stolz auf mich es geschafft zu haben.

Bericht: Florian Bächler

Hier findet ihr weiteres zu Florians Freiflug aus seiner Vereinsseite und auf Facebook!

Mein erster Alleinflug

September 26th, 2017 | Posted by Konstantin Mahler in Projekt "Frei" - (0 Comments)

Hallo zusammen,

Am 3.09.2017 war es nach ungefähr 30 Flügen für mich soweit. Nach einem längeren Flug mit Fluglehrer machte ich mich schon für den nächsten Flug bereit und hatte mich schon angeschnallt als ich merkte, dass der Fluglehrer nicht einstieg. Von diesem Moment an hatte ich ein Dauergrinsen im Gesicht, was wahrscheinlich erst weg ging als ich an diesem Abend einschlief. Nach einer letzten Besprechung mit dem Fluglehrer ging es dann los und ich ließ mich auf 600m über den Platz schleppen. Da an dem Tag gute Thermik war dauerte mein erster Alleinflug gleich mal 20 Minuten und ich hatte fast Probleme Höhe abzubauen. Der Anflug und die Landung klappten problemlos und als ich unsere ASK-13 auch nach dem dritten Flug sicher gelandet hatte, wurde mein Grinsen noch breiter.

Was jetzt folgte hatte ich schon einige Male bei anderen A-Schülern mitbekommen. Das übliche Ritual inklusive Brennnessel-Strauß für das Gefühl in den Fingern und Schläge auf den Hintern für das Erspüren der Thermik . Hierfür wurden sogar umherstehende Zuschauer am Flugplatz herangebeten. (siehe Bilder) Zum Glück wurde mein Hintern in regelmäßigen Abständen mit kaltem Wasser gekühlt. Als ich diesen Teil des Rituals überstanden hatte wurde gratuliert.

Ein Tag auf dem Flugplatz, den ich nie vergessen werde.

Bericht: Moritz Koch

Hier findet ihr weiteres aus der Seite von Moritz Verein.

Freiflug

August 15th, 2017 | Posted by Konstantin Mahler in Projekt "Frei" - (0 Comments)

Am Sonntag den 28.05.2017 begann unser Flugtag um 9:30 Uhr mit dem Briefing. Es war zwar nicht der schönste Tag, aber gut genug zum fliegen. Die Fluglehrer fragten nicht wie normalerweise, ob wir schon eine Startreihenfolge festgelegt haben, sondern sagten zu mir: „Finn. Du fängst an!“ Dies kam mir schon sehr merkwürdig vor. Als ich dann gelandet bin, war ich ein zweites mal an der Reihe. Dann nach dem dritten Start mit drei verschiedenen Fluglehrern war es soweit. Ich stieg in unsere ASK 21 ein und schnallte mich an. Doch diesmal machte sich kein Fluglehrer wie gewohnt fertig. Dann sagte Pascal Kirtz, mein Fluglehrer, zu mir: „Finn du fliegst jetzt deine A!“ Außerdem sagte er, dass ich alles so machen soll wie in den drei Überprüfungsstarts. Und schon ging es los! Ich gab das Zeichen und der Schlepppilot zog das Seil straff. Es War ein unglaubliches Gefühl zu wissen, dass man ganz alleine die Verantwortung trägt. Außerdem habe ich das Flugzeug und die Ruderausschläge viel besser gefühlt.
An diesem Tag wehte der Wind jedoch nicht wie immer. Er drehte sich immer wieder. Somit musste ich zwei Alleinflüge von der Piste 22 machen und einen von der 04. Dann, nach der dritten Landung, gratulierten mir alle und am Abend fand die Zeremonie mit dem Brennnesselstrauß, dem Wasser und den Schlägen auf den Hintern statt. Mein Fluglehrer Pascal Kirtz lobte mich noch einmal und sagte: „Das hast du sehr gut gemacht! Mit dem Wind War das keine leicht verdiente A Prüfung!“

Bericht: Finn-Luca Hochstein

Auf meinem 13. Geburtstag durfte ich endlich meinen ersten Schulstart machen. Ich hatte so lange darauf gewartet. Nachdem ich ein Jahr lang geschult hatte, war es endlich so weit: An meinem 14. Gebutstag durfte ich das erste mal alleine fliegen.  Das Wetter war traumhaft und ich hatte 3 schöne Flüge und Landungen. Trotz meiner langen Vorbereitungszeit war ich doch ganz schön aufgeregt, als es endlich so weit war. Der dritte Flug war für mich der beste. Ich bin gestartet und hatte direkt einen runden 4-Meter-Bart und bin so dann noch fast eine Stunde oben geblieben.  Nach der letzten Landung war es tolles Gefühl auf die singenden, im Gänsemarsch anrückenden Fliegerkammeraden zu warten. Ich legte mich bis zu deren  Eintreffen glücklich unter eine der Tragflächen. Mein Stauß war klein, schließlich war es noch Mai. Aber die Brennesseln stachen doch ganz schön. 🙂
Bericht: Jonas Vornbäumen

Es war Montag, der 5. Juni, als ich das erste Mal alleine fliegen durfte.
Es began damit, dass ich erst einen ganz normalen Start mit meinem Fluglehrer Lasse gemacht habe und danach noch einen,
aber mit einem anderen Fluglehrer. Am späten Nachmittag sollte ich dann nochmal fliegen, obwohl ich laut „Startreihenfolge” gar nicht an der Reihe gewesen wäre. Ich dachte mir aber nichts dabei und machte mich auf der ASK 21 fertig. Als das Flugzeug dann auf der „Piste 22” stand, wurden hinten die Anschnallgurte zusammengezogen und die Haube verriegelt. Als mein Fluglehrer dann auch noch ohne Fallschirm zu mir kam, konnte ich mir schon fast denken, was passieren wird. „So, Luca! Wie du siehst, will keiner hinten mitfliegen.”, sagte er. „Du darfst jetzt zum ersten Mal alleine fliegen!” Ich habe mich sehr gefreut, doch ich war auch ein bisschen aufgeregt. Ich machte wie immer meinen Startcheck und gab ein Zeichen, dass eingeklinkt werden konnte. Danach gab ich durch einen Daumen nach oben das O.K. zum Start. Die Robin DR 400 rollte langsam nach vorne und das Seil straffte sich. Dann hörte ich im Funk „Seil straff!” und das Schleppflugzeug beschleunigte. Ich hob langsam ab und blieb ruhig hinter der Schleppmaschine. Der Wind kam von vorne, sodass ich nicht vorhalten musste. Als die D-EQHS auch abhob, bin ich mit ihr nach oben gestiegen. Es waren kaum Turbulenzen, ein sehr ruhiger Schlepp. Bei 450 Metern habe ich ausgeklinkt und meine Höhe abgeflogen. An der Position habe ich dann meinen Landecheck gemacht. Bei der Landung bin ich beim Abfangen nochmal ein bisschen weggestiegen, doch sonst war sie in Ordnung.
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Mein erster Alleinflug – Spannung, Aufregung, Freude, Emotionen pur. Um es anders auszudrücken: Mein erster Alleinflug war die beste Erfahrung in meinem Leben und ein unvergessliches Erlebnis!

Aber von vorne. Mein Name ist  Julian Schlangenotto, ich bin 16 Jahre alt, komme aus Paderborn und habe im Oktober letzten Jahres mit dem Segelfliegen bei der Luftsportgemeinschaft Paderborn am Haxterberg angefangen. Ich war schon immer an der Fliegerei interessiert und nach einem Schnupperkurs im Sommer 2016  Feuer & Flamme.

Sofort meldete ich mich im Verein an. Den 2-wöchigen Herbstkurs nutzte ich gut und übte viel. Nach einer langen Winterpause mit viel Theorieunterricht und Werkstattarbeit ging es Anfang April wieder los. Das Wetter wurde langsam besser, und an den Wochenenden sowie im Osterkurs war ich jeden Tag in der Luft.

Am 21. Mai 2017 war es dann endlich soweit: Wie gewohnt trafen wir uns um 9 Uhr zum Aufbauen und anschließendem Checken der Flieger. Nach ein paar Flügen mit einem der Fluglehrer und einem erfolgreichen Überprüfungsstart mit einem zweiten Lehrer wurde es spannend. Es war ein tolles Gefühl, da ich so lange auf meinen ersten Alleinflug hingearbeitet habe. Doch auch die Nervosität blieb nicht aus. Und dann saß ich auch schon, ehe ich mich versah, alleine im Flugzeug. Aus den Augenwinkeln sah ich den Fluglehrer an der Fläche unserer ASK21. Dann wurde das Seil langsam straffer und der Flieger fing an zu rollen. Kurze Zeit später war ich in der Luft. Während des Starts und des gesamten Fluges war ich hochkonzentriert. Ich flog einige Übungen und teilte mir die Platzrunde ein. Alles lief glatt, und wenige Minuten später landete ich sanft im Gras. Erst jetzt realisierte ich wirklich, dass dies mein erster Alleinflug war. Nach zwei weiteren Prüfungsstarts, bei denen ich immer sicherer wurde, war ich überglücklich und erleichtert. Ich hatte es geschafft. Naja – nicht ganz, denn jetzt erwartete mich noch die Freiflug Tradition. Danach ließen wir den Abend mit Kaltgetränken und Würstchen an der Feuerstelle ausklingen. An diesem Abend ging ich überglücklich und stolz ins Bett und freute mich auf die nächsten Wochen.

Bericht: Julian Schlangenotto

…, um genau zu sein war es am 26.5.2017 um 17:20 Uhr. Auf einmal kam es dazu, das mein Fluglehrer Maximilian Schauerte zu mir sagte:“ Komm Louis mach dich fertig!“. Als ich auf die Bahn geschoben wurde saß er immer noch nicht hinter mir. Ich stand auf der Bahn und fühlte das Adrenalin im ganzen Körper als Maxi auf mich zu kam und sagte:“ Jetzt darfst du alleine fliegen.“ Ich machte darauf hin meinen Check gab mein Handzeichen und die HK 36 zog das Seil langsam an, mit einem Mal war das Seil stramm, plötzlich ging es los. Die ASK21 war viel schneller in der Luft als sonst, so dass ich die Fluglage noch einmal korrigieren musste. Nach einem fünf minütigen, sauber ausgeführten Schlepp, klinkte ich aus und beobachtete die Schleppmaschine ganz genau. Als sie sich etwa 120 Meter entfernt hatte, flog ich eine Rechtskurve, um mich von ihr zu entfernen. Es war ein unglaubliches Gefühl zu wissen:“ Ich habe die alleinige Kontrolle, ich muss alles selbst entscheiden.“ (mehr …)