des Deutschen Aero Club e.V.
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IACE France

Juni 20th, 2016 | Posted by Konstantin Mahler in International Air Cadet Exchange

A380Mit einem Schweizer Hubschrauber über die Alpen fliegen? In Toulouse bei Airbus in den Simulator steigen? Tel-Aviv und das tote Meer entdecken? So ganz glauben wollte ich das alles nicht, als ich Anfang 2011 über die Ausschreibung für den International Air Cadet Exchange (kurz IACE) gestolpert bin. Über den Emailverteiler der Luftsportjugend Hessen kam die Information in meinen Posteingang geflattert. Ein weltweites zweiwöchiges Austauschprogramm für junge Menschen zwischen 18 und 20 Jahren, die Begeisterung für die Fliegerei an den Tag legen – was gibt es besseres für eine Segelfliegerin kurz vor dem Abitur? Also habe ich mich entschieden, eine Bewerbung einzureichen. Die Freude war unbeschreiblich groß, als ich tatsächlich die Zusage bekam, Deutschland beim Frankreichprogramm 2011 vertreten zu dürfen. Was folgte, waren fantastische Tage mit einer Gruppe aus 16 jungen Menschen – darunter Studenten der Luft- und Raumfahrtechnik, Segelflieger und angehende Kampfjetpilotinnen aus Ländern wie Kanada, Israel, Hongkong, England und den Niederlanden. Die gemeinsame Leidenschaft fürs Fliegen ließ daraus in kürzester Zeit Freundschaften entstehen, die ich niemals vergessen werde.

EiffelturmLos ging die Reise am Flughafen Frankfurt, wo ich in die Air France Maschine nach Paris stieg. Traditionsgemäß ist dort der zentrale Drehpunkt für alle Kadetten. Die Schweizer etwa werden jedes Jahr von einem Hubschrauber (eine Super Puma) in Egelsbach abgeholt. Der aufkommende neidische Seitenblick war aber schnell vergessen, als mir im Airbus auf einmal der Jumpseat im Cockpit angeboten wurde. Der Zauber des IACEs hatte begonnen! Beim Auftakt in Paris haben wir dann neben dem obligatorischen Eifelturmbesuch und einer Bootsfahrt auf der Seine unter anderem Dassault besucht. Die Aufforderung „don’t touch the diamonds“ bei der Besichtigung eines Falcon 7X Privatjets, der noch an diesem Tag in die UAE ausgeliefert werden sollte, lies die Exklusivität dieses Besuches schnell zum Vorschein kommen. Ebenfalls hochspannend: das Virtual Reality CAD Kino dort. Vielleicht wurde damals sogar der Grundstein für mein Maschinenbaustudium gelegt? Auch der Flugsimulator war ein echtes Highlight und das Abendessen im 4 Sterne Restaurant durch den Aeroclub de France stand stellvertretend für die vielen kulinarischen Höhenflüge unserer Reise. Weiter ging es in den Süden des Landes. Angekommen in Toulouse, durften wir selbst in die Luft: ich absolvierte die erste Motorflugstunde meines Lebens, wir erkundeten die Gegend im Formationsflug mit drei Cessnas und die ASH25 im Besitz meiner Gastfamilie blieb bei dem hervorragenden Wetter auch nicht am Boden. Auch Airbus wurde allen Erwartungen gerecht. Full flight Simulatoren, der Test-A380 mit spannenden Vorträgen über die Zulassung, die A380 Assembly line, das Mock-up mit den Notfallrutschen und Cessna Formationder erste Blick auf den damals brandneuen A400M ließen Langeweile nicht im Ansatz aufkommen. Nach den Airlinern ging es dann back to the roots. Als gebürtige Bergsträßerin kann man Hangflug bei uns zuhause am Platz quasi aus der Winde heraus betreiben – am Rande der Pyrenäen über die Baumwipfel zu heizen, war aber definitiv ein Highlight! Und das in einem Verein, in dem eine K13 noch als modernes Flugzeug gilt.

An dieser Stelle könnte ich noch über das white water rafting, die World Balloon Trophy, den Tower vom Luxemburger Flughafen, das Cessna-taxiing neben einer 747 und sämtliche weiteren Highlights berichten, die das französische Team für uns geplant hatte. Eigentlich muss man diese Dinge aber am besten selbst erleben. Ich kann jedem nur empfehlen, sich zu bewerben, oder andere Bekannte im richtigen Alter auf diese einmalige „once in a lifetime“ Chance aufmerksam zu machen!

Isa Held vom IACE-Team

Isa Held vom IACE-Team

Heute bin selbst in der Organisation aktiv und freue mich, ehrenamtlich in dem tollen IACE Germany Team mitzuarbeiten. Geplant wird schließlich nicht nur der Austausch für unsere deutschen „Outgoings“. Für jeden Teilnehmer, den wir ins Ausland schicken, bekommen wir auch einen „Incoming“ aus den Partnerländern, den wir in Frankfurt in Empfang nehmen. Die Jungs und Mädels wollen in Deutschland auch ein unvergessliches Programm erleben. Ich habe dieses Jahr die Ehre, die Deutschlandtour zu begleiten und freue mich darauf, auch darüber auf diesem Blog zu berichten, wenn es soweit ist! Bis dahin beste Fliegergrüße, Isa

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